Vorbereitung auf die Schulzeit...
Schulanfängerprogramm
„ Hurra ich werde ein Schulkind !“
Wann ist ein Kind Schulfähig?
Schulfähigkeit heisst nicht, dass Kinder alles wissen müssen und alle
Anforderungen schon erfüllen können, denn ein Schulkind wird ein Kind
erst in der Schule.
Wir müssen fragen: „Ist dieses Kind fähig und bereit ein
Schulkind zu sein?"
Schulfähig ist ein Kind dann, wenn wir ihm zutrauen, den Alltag in der Schule zu bewältigen und zu bestehen. Dies erfordert bestimmte Kompetenzen, die ein Kind erwerben muss, damit es sich im Schulalltag zurechtfinden kann.Wenn diese Fähigkeiten der Kinder während der Kindergartenzeit von Eltern und Erziehern ausreichend gefördert wurden, dann hat ein Kind gute Chancen, den Start und Einstieg in die Schule ohne Schwierigkeiten zu bewältigen.
Die im Folgenden benannten Kompetenzen sind bei der
Einschulung von Kindern von
großer Wichtigkeit…
Ich-Kompetenz oder Selbstkompetenz
Damit wird die Fähigkeit des Kindes bezeichnet, für sich selbst
Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln.
Dies bedeutet u.a.
-Vertrauen in sich selbst zu haben
-bei einem Spiel verweilen und sich nicht ablenken lassen
-unbekannte, neue Situationen aushalten können
-eigene Spielideen entwickeln und gestalten
-an gestellten Aufgaben interessiert sein
-Anweisungen verstehen und umsetzen können
-Aufgaben konzentriert und sorgfältig durchführen
Sozialkompetenz
Die Sozialkompetenz bezieht sich darauf, wie das Verhältnis des Kindes zu
seinen Mitmenschen und seiner Umwelt ist. Die Sozialkompetenz bezeichnet die
Bereitschaft und Fähigkeit andere Mitmenschen, seien es Kinder oder
Erwachsene, mit ihren Bedürfnissen, Interessen und Erwartungen wahrzunehmen.
Darin enthalten ist auch die Bereitschaft, die Signale seiner Umwelt im eigenen
Verhalten zu berücksichtigen und umzusetzen.
Dies bedeutet u.a.
- Eigene Gefühle ausdrücken und die anderer Kinder
wahrnehmen
- Rücksicht auf andere Kinder
nehmen
- anderen helfen oder teilen
- die eigene Meinung vertreten und sich dafür einsetzen
- sich um eine verbale Konfliktlösung bemühen
- mit anderen Kindern zusammen etwas planen und durchführen
- sich zur Gruppe zugehörig fühlen
- sich an Regeln und Abmachungen halten
- kompromissbereit sein
Sachkompetenz
Mit Sachkompetenz ist die Fähigkeit
eines Kindes gemeint, für die Umsetzung einer Aufgabe sein vorhandenes
Wissen und die Fähigkeiten, die es hat, einsetzen zu
können.
Dies
bedeutet u.a.
sich Gelerntes merken
- komplexe Anweisungen verstehen und sie befolgen
- Sachverhalte verständlich
ausdrücken und darstellen
- Farben,Formen und Mengen erkennen und zuordnen
- etwas nach vorgegebenen Kriterien zuordnen
- Gegensätzlichkeiten erkennen
Sprachkompetenz
Damit sind die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder gemeint - sich
auszudrücken zu können und verstanden zu werden. In Stresssituationen
sprachlich in der Lage zu sein, sich und seine Wünsche verbal nach aussen zu
vertreten.
Dies bedeutet
u.a.
- einen altersentsprechenden
Wortschatz und deutliche Aussprache
- vollständige Sätze aufbauen
- Sachverhalte verständlich ausdrücken und
darstellen
- Sprachfreudigkeit
Motorische Kompetenzen
Ein angehendes Schulkind sollte körperlich altersgemäss
entwickelt sein.
Eine dem Alter entsprechende ausgebildete Fein- und Grobmotorik ist für den
Schulbesuch von großer Bedeutung.
Dies
bedeutet u.a
- harmonische Bewegungsabläufe
- Bewegungs- und Reaktionsverhalten der jeweiligen Situation entsprechend
- Finger- und
Handgeschicklichkeit
- Hüpfen,balancieren,rückwärts laufen
- binden können, eigene Kleidung erkennen und sich alleine an- und
ausziehen
- selbständig zur Toilette gehen,Hände waschen ,Nase putzen
Schulfähigkeit bedeutet ein Zusammenspiel aller dieser
Kompetenzen.
Es muss nicht alles schon ausgereift sein, doch Tendenzen sollten erkennbar sein.
Kein Kind ist perfekt und kann alles sofort und auf Anhieb, dafür lernt es
jeden Tag immer mehr dazu.
Um das Zusammenspiel aller Kompetenzen zu
fördern ist es sinnvoll, dass die Kinder im letzten Jahr des
Kindergartenbesuches zeitweise in Vorschulgruppen zusammengefasst werden
und gezielte Aktionen mit den Kindern stattfinden. Gruppengeschehen nur mit
Kindern ihres Alters zu erfahren stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder
und vermittelt ihnen etwas "Besonderes" zu sein.
Wir gestalten das letzte Jahr vor dem Schuleintritt
mit einer gezielten Förderung und mit besonderen Angeboten in
Vorschulgruppen. Das Würzburger Sprachtrainingsprogramm
„ Hören, lauschen, lernen“ ist in erweiterter Form ein
Bestandteil unserer Vorschulerziehung, bei dem die Kinder auf spielerische
Weise an Sprache und deren Aufbau herangeführt werden. Hier achten wir
darauf, die Anforderungen dem Entwicklungsstand der Kinder anzupassen.In vielen
kurzen Übungseinheiten lernen die Kinder in Kleingruppen zum Beispiel Reime
und Abzählverse kennen und Worte in Silben zu gliedern.Auch bewusstes
Hören von Geräuschen, sowie der Umgang mit Worten und Sätzen wird
in Kleingruppen geübt. Dies dient als Vorbereitung auf den Erwerb der
Schriftsprache und kann späteren Rechtschreibproblemen vorbeugen. Einbezogen
werden von uns auch Elemente des Marburger Konzentrationstrainings, die die
Kinder motivieren, sich gezielt mit Arbeitsaufträgen auseinander zu setzen
und diese eigenständig, zügig und ohne sich ablenken zu lassen, zu
bewältigen. Das selbstständige Arbeiten der Kinder wird dadurch
gefördert.Auch für unsere fremdsprachigen Kinder sind diese Programme
eine Möglichkeit ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen und Zusammenhänge
der deutschen Sprache besser verstehen zu lernen.Auf diesem Weg wird die
Integration bei uns im Kindergarten und auch später in der Schule sehr
erleichtert. Kindern, deren Sprachkenntnisse nicht ausreichen um an diesen
Programmen teilnehmen zu können, bieten wir in unserem täglichen
Tagesablauf vielfältige Sprachanreize,Spiele und
Übungsmöglichkeiten um ihren Sprachschatz zu erweitern.
Weitere Punkte unseres Schulanfängerprogrammes können
sein……
- Fußgängerführerschein (die Kinder üben adäquates
Verhalten im Straßenverkehr und legen eine kleine Prüfung
ab)
- Besuch von der Feuerwehr, im Seniorenheim, beim Patenzahnarzt
oder im Heim für junge Körperbehinderte
- Besuch vom Rettungsdienst, dem DLRG oder der Verkehrswacht im
Kindergarten
- Gestaltung von Festen
- Abschlussfahrt
- Abschiedsfest im Kindergarten, z.B. als Indianerfest
- Zusammenarbeit mit der Schule in Form von Elternabend, „rundem
Tisch“ und gegenseitigen Besuchen
Wir bieten jedem Kind die Möglichkeit im letzen Jahr vor der Einschulung an
unserem Schulanfängerprogramm teilzunehmen. Bei Antrags-Kindern entscheiden
die Eltern in welchem Jahr ihr Kind an unserem Programm teilnimmt, da jedes Kind
nur einmal das gesamte Programm mitmachen kann.